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Informationen zur Stadt Torgau:
Torgau ist eine Kreisstadt im Landkreis Torgau-Oschatz in
Sachsen. Torgau hat knapp 19.000
Einwohner und bildet mit drei Gemeinden die Verwaltungsgemeinschaft Torgau.
Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Zinna, Elsnig, Großtreben-Zwethau, Beilrode,
Arzberg, Pflückuff, Mockrehna und Dreiheide.
Erste urkundliche Erwähnung fand der Ort unter dem Namen Torgove in einem Dokument aus dem
Jahr [973. Wann er Stadt wurde, ist nicht datiert. Aus dem Jahr 1267 findet sich eine Notiz,
die von der Stadt Torgau spricht.
1344 erfolgte die Ersterwähnung der Bürgerwehr Die Geharnischten im Städtebund Torgau,
Oschatz und Grimma, die in der Wurzener Fehde 1542 Berühmtheit erlangte.
1485 wurde das Land Sachsen zwischen den Brüdern Ernst und Albert geteilt. Ernst machte
Torgau zur Residenz seines Machtbereiches. 1529 verfasste Martin Luther aus dem nahen
Wittenberg gemeinsam mit Jonas,
Melanchthon und Bugenhagen die Torgauer Artikel. Doch schon 1547 war es vorbei mit der
Residenzstadt: Der Kurfürst Johann Friedrich verlor gegen Kaiser Karl V., und sein Fürstentum
wurde dem seines Vetters Moritz in
Dresden zugeschlagen.
1552 reiste Luthers Witwe, Katharina von Bora, nach Torgau, um sich vor der in Wittenberg
ausgebrochenen Pest in Sicherheit zu bringen. Bei einem Kutschenunfall brach sie sich jedoch
das Becken und starb drei Wochen später, am 20. Dezember 1552, in Torgau.
In ihrem Sterbehaus befindet sich heute ein ihr gewidmetes Museum, und ihr Grabmal in der
Kirche St.Marien ist eine der Torgauer Sehenswürdigkeiten.
Am 3. November 1760 fand mit der Schlacht bei Torgau auf den Süptitzer Höhen die letzte
große Schlacht des Siebenjährigen Krieges statt.
Im Jahr 1811 versuchte man durch den Ausbau der Festung auf Befehl Napoleons, das Unmögliche
noch zu verhindern. Doch auch dieser Herrscher fand seine Bezwinger und so fiel Torgau nach
dem Willen der Sieger und den Beschlüssen des Wiener Kongresses 1815 an Preußen.
Zur Zeit des Nationalsozialismus, im Jahr 1943 war Torgau Sitz des Reichskriegsgerichts. Im
Wehrmachtgefängnis Torgau auf Fort Zinna wurden über 1.000 Todesurteile verhängt und
vollstreckt. Opfer der Hinrichtungen waren Wehrdienstverweigerer, Zeugen Jehovas,
Widerstandskämpfer, amerikanische Kriegsgefangene u. a. Heute befindet sich hier ein von
Stiftung sächsische Gedenkstätten betreutes Museum.
Torgau erlangte Ende des Zweiten Weltkrieges internationale Berühmtheit, als sich am 25.
April 1945 sowjetische und amerikanische Truppen an der Elbe bei der Stadt trafen und am 26.
April 1945 dieses Ereignis nochmals für die Kameras nachträglich in Szene setzten. Der erste
Kontakt der beiden Armeen während des Krieges in Europa fand bereits am 25. April 1945 in
Strehla an der Elbe statt. Heute erinnert der Elbe Day als Gedenktag an dieses symbolische
Ereignis. Einer der damals am Treffen teilnehmenden US-Soldaten, Joe Polowsky, setzte sich
später für die Anerkennung des 25. April als "Weltfriedenstag" ein. Gemäß seinem letzten
Willen wurde er nach seinem Tod 1983 auf dem evangelischen Friedhof in Torgau begraben.
Von September 1945 bis Oktober 1948 betrieb der NKWD in Torgau die Speziallager Nr. 8 und
Nr. 10. Sie waren im früheren Wehrmachtgefängnis Fort Zinna und der nahegelegenen Seydlitz-
Kaserne untergebracht. Während Nr. 8 vor allem nationalsozialistisch Belastete internierte,
diente Nr. 10 als Durchgangsstation für politische Häftlinge, die als potentielle Gefahr für
die Errichtung der sozialistischen Gesellschaftsordnung angesehen wurden, und auch für
Sowjetbürger, in sowjetische Zwangsarbeitslager. In drei Jahren verstarben in Torgau etwa
1500 Gefangene.
Nach der Wende wurde Torgau 1990 wieder sächsisch, nachdem es 1945 bis 1952 zu
Sachsen-Anhalt gehört hatte.
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